Bericht der Jugendfeuerwehr Arheilgen
Badeschaum beim "Löschangriff"Jugendarbeit: Freiwillige Feuerwehr bildet seit 20 Jahren Mädchen und Jungen aus
Rasch rollt die Mannschaft die Schläuche aus, installiert die Pumpe, und auf das Kommando "Wasser marsch" richten zwei Mitglieder des Löschtrupps das Rohr auf die Waschhalle. Weißer Schaum breitet sich in dem gekachelten Raum aus. Im Ernstfall kommt der Schaum bei einem Feuer zum Einsatz, das sich mit Wasser schwer löschen lässt, beispielsweise bei einem Fahrzeugbrand mit austretendem Benzin.
Bei dem "Löschangriff" Ende Juli auf dem Gelände der Freiwilligen Feuerwehr Arheilgen handelte es sich jedoch um eine Übung, die Teilnehmer gehörten der Jugendfeuerwehr an, und das Löschmittel bestand aus Badeschaum. Mit dem Ergebnis der Übung ist Jugendwart Lars Seipel zufrieden. "Ein schöner Schaumteppich", lobt er den Feuerwehrnachwuchs, der mit Schutzkleidung, Sicherheitsschuhwerk, Handschuhen und Helmen ausgestattet ist.
Eine Jugendabteilung bei der Freiwilligen Feuerwehr Arheilgen gibt es seit 20 Jahren. Im Gründungsjahr 1991 habe man sich die bestehenden Jugendfeuerwehren bei den Feuerwehren Darmstadt-Innenstadt und Eberstadt als Vorbild genommen, erklärt Seipel. Heute sind rund 35 Jugendliche zwischen zehn und 17 Jahren bei der Arheilger Wehr aktiv. Mittwochabends treffen sie sich im Gerätehaus an der Frankfurter Landstraße zu Übungen, Sport und Spiel.
Damit bei den praktischen Übungen jeder Handgriff sitzt, sind in den Wintermonaten Theorie und Fahrzeugkunde wichtige Themen. "Wir machen mit dem Betreuerteam aber auch allgemeine Jugendarbeit wie Zeltlager und Freizeiten", sagt der Jugendwart. Auch bestehe die Möglichkeit, am bundesweiten Feuerwehrwettkampf teilzunehmen oder ab 15 Jahren die "Leistungsspange", die höchste feuerwehrtechnische Ausbildung in der Jugendfeuerwehr, zu erwerben. "Die Jugendlichen lernen Zivilcourage und für die Mitbürger da zu sein", sagt Lars Seipel. Für jüngere Feuerwehrfans ab sechs Jahren ist die "Wichtelwehr" gedacht.
Um das Bestehen der Einsatzabteilung und damit den Bevölkerungsschutz zu sichern, sei die Jugendfeuerwehr entscheidend, betont Stadtbrandinspektor Michael Horn. Schließlich sind Quereinsteiger, die erst als Erwachsene eine aktive Laufbahn bei der Feuerwehr beginnen, selten - vor allem seit Abschaffung der Wehrpflicht.
Bei vielen alteingesessenen Arheilger Familien gehört die Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr zur Tradition. Manuel und Yannick (beide 16) verfügen beispielsweise über langjährige Feuerwehrerfahrung, denn ihre Väter engagieren sich ebenfalls in der Arheilger Wehr. "Ich bin mit neun reingekommen", sagt die zehnjährige Nicole und erklärt: "Ich will Feuerwehr als Beruf machen." Ihre Freundin Chantal (12) sei mittlerweile auch dabei.
Ihr zwanzigjähriges Bestehen feiert die Jugendfeuerwehr Arheilgen am Samstag (20.) mit einem Aktionstag. Wehrführer Michael Hahn und Jugendfeuerwehrwart Lars Seipel haben ein Programm erarbeitet, bei dem die Teilnehmer an 14 Stationen Schaum- oder Leiterhebelübungen absolvieren, Knoten und Stiche üben oder bei einer Vorführung "Brennen und Löschen" zuschauen können. "Wir erwarten mehr als 130 Jugendliche", sagt Lars Seipel.
Quelle: Darmstädter Echo, 04.08.2011