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Bericht der Feuerwehr Arheilgen

Retter seilen sich am Langen Ludwig ab
Aktionstag: In der Innenstadt stellen sich die Darmstädter Hilfsorganisationen vor - Kinder üben mit der Wasserspritze

In einem Spezialanzug präsentierte sich dieser Feuerwehrmann am Aktionstag. Foto: Roman Grösser In einem Spezialanzug präsentierte sich dieser Feuerwehrmann am Aktionstag.
Foto: Roman Grösser

Ein verbeultes Auto und eine Fettexplosion auf dem Luisenplatz, am Langen Ludwig hängt ein Mannan einem Seil, am Friedensplatz suchen Hunde Menschen in einem Kartonberg. In der Innenstadt ballten sich am Samstag Situationen, die sich keiner wünscht - auch Retter und Helfer.

Unter dem Motto "Gemeinsam stark für Darmstadt" präsentierten sich am Tag der Darmstädter Organisationen mit Sicherheitsaufgaben - Rettungsdienste wie ASB, Johanniter, Malteser, DRK, Bergwacht und DLRG, das Technische Hilfswerk, die Polizei, die Notfallseelsorge sowie die Werksfeuerwehren von Evonik und Merck, die Darmstädter Berufsfeuerwehr und die Freiwilligen Feuerwehren Arheilgen, Eberstadt, Innenstadt und Wixhausen.

"Vorsicht Seil", rief es von der Plattform des Langen Ludwig. Eine Winde rasselte, kurz darauf knallte ein Seilsack auf den Sockel des Monuments. Die Bergwacht Darmstadt-Dieburg, eine Unterorganisation des DRK, demonstrierte eine Höhenrettung. Arbeiter aus Baukränen oder von Windkraftanlagen retten, seien Bergwachtaufgaben, schilderte ihr Sprecher Felix Feldmeier. "Andere Aufgabengebiete sind die Rettung aus unwegsamen Gelände oder Tiefen." Also verunglückte Mountainbiker im Wald oder im Baum hängen gebliebene Gleitschirmflieger am Melibokus, zählte er auf. Bei der Rettung aus der Luft fliegt die Bergwacht in Hubschraubern der Landes- und Bundespolizei mit.

"Ich stehe hier nicht nur als Schirmherr", begrüßt Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) Helfer und Besucher, "sondern auch als Chef - in einer gewissen Art und Weise." Der Verwaltungschef ist formell Gesamteinsatzleiter der Berufsfeuerwehr und im Katastrophenfall Leiter des Krisenstabs, sozusagen Oberbefehlshaber der Rettungs- und Hilfsorganisationen. "Viele machen das beruflich", wies Partsch hin, "aber es sind noch mehr, die sich ehrenamtlichen engagieren."

Partsch erinnerte an die Herausforderungen durch den demografischen Wandel, die Individualisierung und die beruflichen Einschränkungen. "Sehen sie es von der anderen Seite", wandte sich Partsch an die Arbeitgeber: "Mitarbeiter, die sich freiwillig engagieren, bringen dieses Wissen auch im Betrieb mit ein."

Im Carree sind die Jugendwehren, das Technische Hilfswerk und das Jugendrotkreuz präsent. Während dort unter anderem mit Gipsbinden Handabdrücke gemacht wurden, hieß es "Wasser marsch", beim Wasserspritzenfußball der Jugendfeuerwehr der Freiwilligen Feuerwehr Innenstadt.

Mit Wasser aus Rohren versuchten Kinder, einen Ball ins gegnerische Tor zu bugsieren. Das Wasser kam aus handbetriebenen Kübelspritzen. "Die sind immer auf den Autos drauf", verwies Feuerwehrmann Stefan Schwarz darauf, dass die Spritzen kein Spielzeug sind, sondern helfen, Kleinbrände zu löschen.

Während am Marktplatz den Tag über stets Blutspender beim DRK-Blutspendedienst warteten, informierte die DLRG über ihre Arbeit. "Wir machen die ehrenamtlichen Wachdienste an der Grube Prinz von Hessen", beschrieb Michael Suchland die Aufgabe. Und das an den Wochenenden zwischen dem 15. Mai und dem 15. September. Städtische Gewässer wie den Woog oder das Arheilger Mühlchen überwache die Stadt, erklärte der Wachleiter.

Eher am Ende der Rettungskette steht die Arbeit der Notfallseelsorge Darmstadt. Zum einen für die Angehörigen von Verstorbenen, Verletzten oder Unfalltoten, zum anderen aber auch für die Retter und Helfer. Notfallseelsorger seien auch dabei, wenn Polizisten schlechte Nachrichten überbringen müssten, wies Hugo Klein auf einen Teil seiner Arbeit hin, der in Krimis vergessen wird. Die Notfallseelsorge mit ihren rund 50 Mitgliedern ist eine Initiative aller christlicher Darmstädter Kirchen und hat im Jahr rund 120 Einsätze. "Insgesamt betreuen wir 200 bis 250 Menschen", schilderte Pfarrer Heiko Ruff-Kapraun am Stand auf dem Ludwigsplatz.

Um 16 Uhr endete der Aktionstag. In einer ersten Bilanz während freute sich Arnim Schmidt, Vorsitzender des Stadtkreisfeuerwehrverbandes, über das "rege Interesse" und die hohe Beteiligung der Erwachsenen und Kindern.

Quelle: Darmstädter Echo, 12.19.2011 - Direktlink zu echo-online.de

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(c) Feuerwehr Arheilgen